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Weihnachten und Silvester in Italien

Das sind die italienischen Bräuche und Traditionen in der Vorweihnachtszeit, an Weihnachten und Silvester in Italien.

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Die italienische Vorweihnachtszeit, die Weihnachtsfeiertage selbst und die Feier in das neue Jahr unterscheiden sich nicht grundlegend von den Bräuchen und Traditionen, die sich auch in Deutschland während der vergangenen Jahrzehnte fest etabliert haben. Allerdings sind viele Gebräuche stärker mit dem katholischen Glauben verknüpft und der religiöse Charakter einiger weihnachtlicher Sitten blieb deutlicher erhalten. Gemein ist beiden Ländern, dass Weihnachten als Fest der Familie, der Liebe und des Beisammenseins betrachtet wird, während das neue Jahr vor allem einen guten Grund für eine ausgelassene Feier bietet. Doch einige Unterschiede und Besonderheiten gibt es doch: 

Das Fest der unbefleckten Empfängnis

In Italien beginnt die eigentliche Vorweihnachtszeit am 8. Dezember. Zwar ist der 6. Dezember ebenfalls Nikolaustag, man gedenkt allerdings lediglich dem Heiligen Sankt Nikolaus von Myra, dem verschiedene Wundertaten zugeschrieben werden. An diesem Tag bekommen die Kinder keine Geschenke oder finden Süßigkeiten in ihren Stiefeln vor. Zwei Tage später jedoch, am 8. Dezember, wird in ganz Italien eine typische Vorweihnachtstradition zelebriert. Man feiert das Fest der unbefleckten Empfängnis (ital.: Festa dell´Immacolata Concezione). An diesem nationalen Feiertag ist die Familie beisammen. Man kocht und isst gemeinsam, der Weihnachtsbaum wird geschmückt und die Krippe (ital.: Presepe), die in Italien eine ganz besonders wichtige Rolle spielt, wird aufgestellt. Wichtig ist dabei, dass zunächst der Stall, die Tiere, die Heiligen Drei Könige sowie Maria und Josef, nicht aber das Christkind platziert werden. Dieses wird der Szenerie erst am eigentlichen Weihnachtsfest hinzugefügt. 

In einigen Orten werden auch Feuer entzündet, mit denen der Beginn der Weihnachtszeit festlich eingeläutet wird. Um den 8. Dezember herum öffnen des Weiteren viele italienische Weihnachtsmärkte ihre Tore und die meisten Familien beginnen mit dem Kauf der ersten Weihnachtsgeschenke. Die italienischen Weihnachtsmärkte orientierten sich an den mitteleuropäischen Veranstaltungen dieser Art und vor allem die Märkte Südtirols waren zunächst für ihre Schönheit und ihre stimmungsvollen Dekorationen bekannt. Inzwischen findet man Weihnachtsmärkte in allen großen Städten und sie sind bei Italienern wie Touristen sehr beliebt. Auch Beleuchtungen in Geschäften, Lichterketten an Bäumen und über den Straßen und Fußgängerzonen sowie große, geschmückte Tannenbäume auf Marktplätzen bestimmen das italienische Stadtbild in der Vorweihnachtszeit. 

Die Weihnachtsfeiertage

Am 24. Dezember findet man sich in Italien im Kreise seiner Familie zusammen. Beim großen gemeinsamen Abendessen, dem “Cenone”, werden je nach Region unterschiedliche Speisen serviert und es wird ausgiebig geschlemmt. Eines haben die Gerichte jedoch gemein: sie sind überwiegend fleischlos. In der Nacht beginnt um 24 Uhr die Mitternachtsmesse, die vom Papst durchgeführt und via Radio und TV übertragen wird. Auch die Kleinsten der Familie bleiben an diesem Abend oft lange genug wach, um sich die Messe anzuschauen oder anzuhören. Die meisten italienischen Kinder warten jedoch auf den Morgen des 25. Dezembers. Denn dann war das Christkind (in sehr religiösen Familien) oder Babbo Natale (ein italienisches Pendant zum amerikanischen Santa Claus) in der Nacht im Haus und hat die Weihnachtsgeschenke unter den Baum gelegt, die nun geöffnet werden dürfen. Im Anschluss daran reisen die Mitglieder der Familie an, die am Vorabend noch nicht anwesend waren. Man singt Weihnachtslieder, wie “Tu scendi dalle stelle” (deutsch: Du steigst von den Sternen herab) oder “Astro del ciel” (deutsch: Stern aus dem Himmel), das in Deutschland als “Stille Nacht, Heilige Nacht” bekannt ist. Man spielt, schaut sich den Gottesdienst auf dem Petersplatz im Fernsehen an, in dessen Verlauf der Papst den Segen “Urbi et Orbi” erteilt, unterhält sich und am Abend wartet das eigentliche Weihnachtsfestmahl. 

Dabei variieren die Speisen wieder stark, je nach Region. Gemein ist allen Tafeln jedoch: sie sind reich gedeckt, es geht meist laut und lustig zu und zum Nachtisch gibt es Panettone. Dieser etwa 20 Zentimeter hohe Kuchen enthält Rosinen und gezuckerte Früchte und ähnelt im Geschmack dem deutschen Stollen. Traditionell wird er mit Mascarponecreme serviert und man trinkt ihn mit Spumante, einem italienischen Schaumwein.

Panettone

Das Essen im Familienkreis spielt eine zentrale Rolle während italienischer Weihnachtsfeierlichkeiten. Die Panettone ist fester Bestandteil des Weihnachtsfestmahls. Das besondere an diesem Hefegebäck ist seine Höhe, die durch die hohen Kartons, in denen Panettoni gekauft werden, noch betont wird.

Silvester in Italien

Auf die besinnlichen und familiären Weihnachtsfeiertage folgt die Feier ins neue Jahr. Aufgrund der lebhaften Feierlichkeitenund der beeindruckenden Feuerwerke wird Italien auch von Touristen gerne als Ziel gewählt, um einen Silvesterurlaub zu verbringen. Doch egal, ob man das Land nur besucht und in einem Hotel oder einem Ferienhaus das neue Jahr willkommen heißt oder ob man als Einheimischer “San Silvestro” in Italien feiert: man darf mit zahlreichen und lauten Partys sowie üppigen Feuerwerken rechnen. 

Eines der beeindruckendsten Feuerwerke wird in Venedig gezündet. Zuvor lauschen Einheimische wie Besucher gerne den Schlägen der Kirchturmuhr auf dem Markusplatz. Zudem bietet die Lagunenstadt, wie auch andere italienische Städte, viele Silvesterpartys und sogar Silvesterschiffsfahrten an.  

Natürlich steht auch zu Silvester zunächst einmal ein üppiges Abendessen im Familienkreis an: das “Cenone di Capodanno” (deutsch: großes Festmahl zum neuen Jahr). Traditionell werden Linsengerichte serviert, die Glück bringen sollen. Die münzen-ähnliche Form der Linsen soll zudem Geldproblemen im kommenden Jahr vorbeugen. Darüber hinaus werden verschiedene Bräuche und Aberglauben aufgegriffen: 

  • Glück bringt es, in der Silvesternacht geschenkte rote Unterwäsche zu tragen, Weintrauben zu essen und einen Priester oder einen schwarzhaarigen Mann nach 24 Uhr in die Wohnung einzuladen. 
  • Junge Frauen und Mädchen werfen einen Hausschuh hinter sich, um herauszufinden, ob sie im kommenden Jahr heiraten werden. Zeigt die Spitze Richtung Tür steht eine Vermählung ins Haus. 
  • Es bringt Glück in der Beziehung mit sich, seinen Partner um Punkt Mitternacht unter einem Mistelzweig zu küssen. Mistelzweige über der Haustür sollen außerdem Geister verjagen.
  • Drei Wünsche, die man sich in dieser Nacht bei überkreuztem Zeige- und Mittelfinger wünscht, gehen in Erfüllung.

La Befana

Die Weihnachts- und Neujahrsstimmung endet am 6. Januar mit dem Fest der Heiligen Drei Könige. An diesem Tag können sich die Kleinen noch ein letztes Mal über Geschenke freuen. Die Hexe Befana beschenkt auf der Suche nach dem Christkind durch sämtliche Häuser die braven Kinder. Ähnlich wie der deutsche Nikolaus füllt die Befana Stiefelchen oder am Kamin aufgehängte Strümpfe mit kleinen Aufmerksamkeiten und Naschereien. Weniger brave Kinder bekommen hingegen nur “carbone dolce”: eine süße, schwarz eingefärbte Zuckermasse, die als Kohle bezeichnet wird. Auch Umzüge und Feste im Namen Befanas werden in einigen italienischen Städten und Dörfern organisiert.

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